20. Jahrhundert

1905 fällen sieben Richter im Londoner Vorort Islington ein urteil, dass nur Potstill Whisky „Authentic Scotch Whisky“ sei. Die Klage wurde durch die Behörden gegen die Pubbesitzer in London erhoben, die man beschuldigte, sie würden nach dem Food and Drugs Act minderwertige Spirituosen nämlich Verschnitte verkaufen, da zu diesem Zeitpunkt nur der Maltwhisky als genuine betrachtet wurde. 1906 bringt Dewars den White Label auf den Markt. Zwischen 1908 und 1909 nach 37 Sitzungen und 116 gehörten Zeugen entschied eine königliche Kommission, die durch die DCL durchgedrückt wurde, dass beide Whiskys nämlich Blends und Malts gesetzlich anerkannt würden. Whisky ist eine Spirituose hergestellt durch Destillation aus Getreide (Gerste oder auch andere), verzuckert durch die Diastase des Malzes wobei die Enzyme des Malzes die Stärke in Zucker umwandeln. Daher erfolgt auch Zugabe die von Malz zu Grainwhisky. Hier wurde auch definiert, dass ein Scotch in Schottland gebrannt und gereift sein muss. 1909 führt Johnnie Walker den Red und Black Label ein. 1913 Erfindung des wiederverwendbaren Stopperkorkens, vorher waren alle Flaschen wie Weinflaschen verschlossen. 1915 wurde die Reifezeit von drei Jahren für Malt, Grain und damit Blends definiert, dies wurde 1933 nochmals mit einem neuem Gesetz bestätigt. Das Gesetz bestimmt nicht die Holzsorte sondern nur, dass in Holzfässern gelagert werden muss. Scotch Whisky muss mit weniger als 94,8% Alkohol gebrannt werden.

1915 erfolgte die Einrichtung einer Spirituosen Kontrollbehörde durch Lloyd George. Aufgrund des Krieges galt in Munitionsgebieten nur noch 26%, ansonsten 40% Alkohol. 1917 Gründung der Whisky Association. Am 16.1.1920 schlossen alle Pubs in den USA, die Prohibition dauerte bis 1933. Der Durst wurde aber größer und die 153 schottischen Brennereien die es 1905 gab waren durch den 1.WK auf acht geschrumpft. Getreiderationierung, höhere Steuern durch Lloyd George um Trunksucht unter den Munitionsarbeitern zu bekämpfen taten das ihre dazu. Damit war Schottland auf die Prohibition nicht vorbereitet, es blühten aber trotzdem die Schmuggelgeschäfte. Durch die gestiegene Nachfrage produzierten in den 1920ern wieder 130 Brennereien, die Whiskyimporte der Bahamas stiegen von 1918 bis 1922 von 540.000 Liter auf 1,7 Mio. Liter. 1924 fusioniert Haig mit der DCL, 1925 fusionieren Buchanan, Dewars und Walker mit der DCL. 1926 erfindet White Horse den Schraubverschluss. 1927 wird White Horse von der DCL gekauft. Während der Weltwirtschaftskrise in den 1930ern arbeiteten nur acht Destillerien.

1941 sinkt die SS Politician vor Eriskay, die Geschichte wird durch den Roman Whisky Galore von Sir Compton Mackenzie bekannt. 1941 Schließung sämtlicher Grain Destillerien, 1941 72 Maltbrennereien, 1942 44, 1943/44 war die Destillation aufgrund Getreidemangels komplett verboten. 1945 wird erstmals die Destillation am Sonntag erlaubt. 1960 Gründung der Scotch Whisky Association, 1962 wird aus Gilbey-J&B-United Vinters International Destillers and Vinters. 1975 bringt die DCL die Whisky Cellar Reihe auf den Markt (Lagavulin, Rosebank, Lochnagar und Talisker). 1976 Neubau von vier Destillerien (Auchroisk, Pittyvaich, Allt a Bhainne und Braeval), Überproduktion und Rezession führt in den 1980ern zu Übernahmen, Rationalisierungen und Firmenschließungen in der Zeit des Whiskyloches oder auch Whiskysees. 1983 schließt die DCL 21 von 45 Destillerien. 1988 Gründung der Keepers of the Quaich, 1988 Einführung der Classic Malts von UDV. 1988 garantierte der Scotch Whisky Act, dass Whisky ein Naturprodukt blieb. Aroma und Geschmack sollen nur von Rohmaterialien stammen, die Destillation und Reifung müssen in Schottland stattfinden.

1994 bringt Chivas die Heritage Selection heraus (Longmorn, Glen Keith, Strathisla und Benriach). Die Produktion beträgt heute etwa 160 Mio. Liter und der Wert aller Scotchexporte betrug 1995 2,276 Mrd. Pfund. Der größte Markt ist Europa vor USA. 96% des Gesamtmarktes macht der Blended Whisky aus, der Rest sind Single Malts.