Aroma/Geruch

Im Mund können nur vier verschiedene Aromen entdeckt werden. Diese sind salzig, sauer, süß und bitter. In der Nase dagegen können 32 primäre Aromen, auch Aromagruppen, und Tausende von Mischungen wahrgenommen werden. Das meiste was wir riechen steht psychologisch gesehen in einem Zusammenhang mit unserer Kindheit, indem man sich Schlüsselaromen merkt. So können Nasen die Whiskys nach Lage, Herkunft und Alter identifizieren. Der erste Eindruck ist der wichtigste, ein längeres Weiterriechen stumpft nur die Sinne ab. Bis in die 1970er stützte man sich auf die Weinterminologie. Erst 1979 entwickelten Shortreed, Rickards, Swan und Burtles vom Pentland Scotch Whisky Research (heute Scotch Whisky Research Institute) eine neue, passendere Geschmacksterminologie in Form eines Rades, dem sogenannten Flavour Wheel. In den 1980ern entwickelte John D. Lamond mit Aberlour dieses Rad für den durchschnittlichen Whiskyliebhaber weiter. Zwischen 1996 und 1997 erfolgte erneut eine Weiterentwicklung durch Charles MacLean, Dr. Swan und Dr. Jennifer Newton vom Institut Tatlock und Thomson um dieses Rad noch verständlicher zu machen. Die Aromagruppen Getreidenoten, Ester, Floralnoten, Torf und Nachlauf sind produktionsbedingt und treten bei der Produktion in dieser Reihenfolge auf, Schwefel entsteht während der Produktion als auch beim Reifen, holzige und weinige Noten entstehen währen der Lagerung. Die Zugabe von Wasser setzt Fruchtester und Aldehyde mit Blütenduft frei, die man auch Noten nennt. Interessant ist, dass die gelösten aromagebenden Substanzen im Whisky bei 40% nur etwa 0,2% des Inhaltes betragen. Verdünnen öffnet den Whisky weil es die Esterketten aufbricht und damit flüchtige Aromen freisetzt. Zum Verdünnen sollte man zumindest ein stilles, mineralarmes Wasser nehmen und die Temperatur bei der Verkostung sollte zwischen 15° und 20° liegen.

Traditionalisten beschreiben eher mit kargen Worten, Erneuerer sind in der Sprache eher blumiger. Man unterscheidet zwischen objektiven (auch analytische Verkostung genannt mit der Tendenz zu chemischen Begriffen) und subjektiven (auch hedonistische Verkostung genannt) Verkostungen.



Checkliste des Duftes junger Destillate durch analytische oder objektive Verkostung:


NameBeschreibung
AcroleinScharf, sauer, stechend
BFleischig, Marmite, verbrannter Gummi
DimethyltrisulfidGekochter Kohl, Abwasser, abgebrannte Streichhölzer
NachlaufAmylalkohol, Plastik, Käse
AcetalGrüne Äpfel
DiacetylButtrig, süß, schwer
RibesKatze, Tomatenblätter, Blätter roter Johannisbeeren
PhenoleJod, Karbolsäure, Torf, Rauch und Feuer


Mildohne Persönlichkeit und kennzeichnende Merkmale, gelungene Reife bei der die Schärfe abnimmt
GrünÜberbetonung der Aldehydnoten
Neutralausdruckslos mit Ethylalkohol im Vordergrund
Raumittelmäßige Qualität, scharfe Geschmacksrichtung
Robusthohe Duft- und Geschmacksintensität
Üppigüberdurchschnittlich kraftvoll
Sauberfrei von störenden Noten (bei neuen Whiskys)
Trockenherb oder astringierend (Prickeln deutet auf einen starken Geschmack hin)
Flachdumpf und ohne Geschmack, kraftlos
FrischGegenteil von Flach, Idealzustand
Hartmetallisch, Feuersteingeschmack, Süße fehlt
Schwerintensives Aroma und Geschmack
Leichtdelikat, blumig, ausgeglichen mit schöner Balance
Vollmundig körperreich mit guter Reifung, angenehm wärmend
Reichstarker Charakter im Vergleich zum Standart, intensiv und ausgewogen
Kräftigdominanter Geschmack und Aroma
Rundgute ausgeglichen zwischen Geschmack und Aroma
ScharfPrickeln in Nase und Mund
Weichwird verwendet wenn keine stechende Note hervortritt
Dünnohne jedes Aroma und Geschmack
Junghat noch nicht das optimale Reifestadium